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Marica Bodrožić
Sehen heißt
ändern

Denk.Schreib.Werkstatt. In einem einzigen Satz kann sich manchmal die konzentrierte Erfahrung eines ganzen Lebens (oder einer Beziehung oder einer tief in der eigenen Existenz eingekerbten Struktur) bündeln. Wie schaut Sprache darauf? Wie können Sätze das Erlebte abtasten und schließlich, wenn der Text danach strebt, in etwas anderes und neues münden? «Die Erinnerungen sehen uns», heißt es einmal bei dem Dichter Tomas Tranströmer. Diese Perspektive ist erfrischend, weil sie sich vom festgezurrten Ich entfernt.

Dem Schreiben geht immer ein schöpferisches Sehen voraus, es erschafft und spiegelt zeitglich die Welt. Im Innen spiegelt es unsere Beziehung zu uns selbst und zur Welt (Berührung mit den anderen Menschen); im Außen zeigt es uns ein Geflecht aus allen Elementen des Synästhetischen und fordert alle unsere Sinne heraus. Wie schreiben, denken, fühlen die Sinne in unserem Welterleben und im Erschreiben der Welt mit?

Die Teilnehmenden an dieser Werkstatt werden gebeten, im Vorfeld ein für sie wichtiges Thema zu benennen und zu überlegen, was sich für sie an diesem Thema für eine Geschichte entzündet, welche Assoziationsräume und Strukturen es in sich birgt – und was es mit dem eigenen Leben zu tun hat. (Leben ist nicht nur Chronologie, sondern auch innere Zeit, Imagination, Sehnsucht, Vision.)  Bei der Themenwahl ist alles erlaubt, es können dabei philosophische, existenzielle und strukturelle Ansätze gleich welcher Art von Bedeutung sein. Dabei soll das Thema des Sehens, das zu einem Textkorpus führen soll, so knapp wie möglich gehalten werden.

Marica Bodrožić kam 1973 in Dalmatien zur Welt. 1983 siedelte sie nach Hessen über. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien, darunter den Förderpreis für Literatur der Akademie der Künste in Berlin, den Kulturpreis Deutsche Sprache, den Literaturpreis der Europäischen Union. Zuletzt wurde Marica Bodrožić mit dem Walter Hasenclever Literaturpreis (2020) und dem Manès-Sperber-Preis (2021) ausgezeichnet.

Das Gespräch führt aus unserem Team Désirée Behrendt.

Die Denk.Schreib.Werkstatt umfasst drei Sessions: am 09.01.2022 von 09.30 – 13.00 Uhr, am 23.01.2022 von 15.00 – 18.00 Uhr und am 06.02.2022 von 15.00 – 18.00 Uhr.

1 Vortrag: “Sehen heißt ändern” Es geht darum, eine Vorstellung davon zu bekommen, was das überhaupt ist – Sehen. Und wie geht dieses Sehen dem Schreiben voraus. Also: Was sieht Sprache, bevor wir es sehen? Wie können wir ihr zuhören?

2 Schreibarbeit: Form und Rhythmus, die Sprache spricht konkret – wie genaues Sehen die Sätze in Fluss bringt. Prosaminiaturen, Lyrik oder kleine Erzählungen.

3 Vertieftende Textarbeit: Die Mehrspurigkeit von Denken, Fühlen, Sehen und die Bildwelt miteinander ins Gespräch kommen lassen. Stimme und Sprache – stimmt es wirklich in der Stimme, was als Sprache zurückschaut?

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Kein Streaming, sondern ein echtes Gespräch auf Augenhöhe. Ein Austausch. Diskurs und Diskussion. Digital, aber mit viel Atmosphäre.

Sonntag
Jan 23, 9:30

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